Dispozinsen Vergleich

Das der Europäische Leitzins immer noch so niedrig ist, würde man in Anbetracht der Dispozinsen kaum vermuten. Die Banken lassen sich das eigentlich günstig refinanzierbare Geld teuer bezahlen. Commerzbank Chef Blessing begründete dies mit der Gefahr für Verbraucher, sich durch günstige Dispokredite stark zu verschulden. Seiner Ansicht nach sollen hohe Dispozinsen bewusst dazu anreizen nicht Langfristig das Konto zu überziehen. Während man diese Erziehungsmaßnahme einer Bank, deren durch Misswirtschaft zu erwartender Bankrott mit Steuergeldern abgewendet wurde, anzweifeln darf, bleibt Verbrauchern nur die Suche nach den besten Dispokrediten. Unser Dispozinsen Vergleich soll Ihnen dabei helfen, in Unterstützung mit unserer Dispokredit Beratung schnell das passende Angebot zu finden.

Was genau ist ein Dispokredit?

Ein vereinbarter Dispokredit (Abkürzung für Dispositionskredit) wird automatisch gewährt, sobald mit einem Konto Zahlungen getätigt werden, die sein verfügbares Guthaben überschreiten. Ein Dispositionskredit ist daher ein klassischer Überziehungskredit. Der Dispo bezieht sich dabei auf private Bankkunden und ist abzugrenzen vom Kontokorrentkredit, welcher das Äquivalent für Geschäftskunden darstellt.

Der Dispokredit weist zwei Kerneigenschaften auf. Er findet bei laufenden Konten Anwendung (z. B. Girokonten) und er verfügt über eine Obergrenze, das sogenannte Dispolimit. Ohne nutzbaren Dispokredit muss ein Konto im Guthaben geführt werden. Reicht das Guthaben dann beispielsweise für eine Lastschrift nicht aus, wird diese zurückgegeben, was hohe Gebührenkosten verursachen kann. Aber auch den Dispo lassen sich Banken ausreichend vergüten, nämlich über die Dispozinsen. Die Dispozinsen werden immer erst dann berechnet, sobald der Dispokredit auch in Anspruch genommen wird.

Grundlegende Tipps zum Dispo Vergleich

Bedenken Sie, dass der Vergleich des Dispozinssatzes zunächst eine sehr eindimensionale Methode ist um ein Girokonto zu finden. Wenn Sie in den Dispo Vergleichstabellen einen passenden Zinssatz finden, sollten Sie im nächsten Schritt die übrigen Konditionen des Kontos prüfen. Die mindesthöhe des Geldeingangs, Kontoführungsgebühren und die Kosten für Serviceleistungen sind nur einige Punkte die es zu kontrollieren gilt. Wenn Sie Ihre Bank wegen eines überteuertem Dispos wechseln möchten, kann dies durchaus ein legitimer Anreiz sein, aber wir empfehlen Ihnen auch das Auseinandersetzen mit alternativen Lösungen wie Konsumentenkredite oder Abrufkredite.

Wann bekomme ich einen Dispokredit?

Wenn Sie ein Girokonto mit Mindestgeldeingang eröffnen, ist es möglich, dass ein Dispokredit sofort mit eingerichtet ist. Der übliche Weg aber ist es, den Dispo konkret mit der Bank zu vereinbaren. Pauschal sollten sie folgende Bedingungen erfüllen, um erfolgreich einen Dispokredit zu beantragen:

  • Sie sind volljährig
  • Sie haben einen Wohnsitz in Deutschland
  • Sie haben keinen negativen Schufa Eintrag
  • Sie verfügen über einen regelmäßigen Geldeingang

Falls Ihnen Ihr Girokonto ohne Schufa Auskunft erteilt wurde, kann das Konto in der Regel nur im Guthaben geführt werden und verfügt über keinen Dispo. Dieser wird bei Verdacht auf eine schlechte Bonität höchstwahrscheinlich nicht gewährt.

Bei ausreichender Bonität und regelmäßigem Einkommen wird ein Dispo eingerichtet, weitere Sicherheiten sind im Regelfall nicht erforderlich. Rechnen Sie aber damit, dass die Bank gelegentlich überprüft, ob die Zahlungseingänge bestand haben und der Dispokredit weiterhin gerechtfertigt ist. Sollten sich die Höhe Ihrer Zahlungseingänge ändern, wird zunächst meistens das zur Verfügung stehende Dispolimit korrigiert.

Wo liegt der Unterschied zwischen Dispozinsen und Überziehungszinsen?

Solange Sie einen Kredit innerhalb des gesetzten Dispolimits nutzen, werden Ihnen Dispozinsen berechnet. Von Überziehungszinsen ist die Rede, wenn ein nicht vereinbarter (aber von der Bank tolerierter) Kredit in Anspruch genommen wird. Beispielsweise wenn das Dispolimit überschritten, oder ein Konto ohne Dispokredit überzogen wurde (immer vorausgesetzt die Bank lässt eine Überziehung überhaupt zu). Rein rechtlich ist dieser Unterschied sehr wichtig, da aus der Beanspruchung eines Überziehungskredits kein Recht auf einen Dispokredit erwächst. Überziehungszinsen sind zudem deutlich höher als Dispozinsen (meist 3 – 5,5 Prozentpunkte mehr). Bei einigen Banken ist der Überziehungszins immer gleich dem Dispozins. Hier hat der Überziehungszins lediglich die Funktion, den Banken das Recht auf die Vergabe von Dispokrediten vorzuenthalten. Denn wie gesagt, die Nutzung des Überziehungskredits berechtigt nicht einen Dispokredit zu bekommen.

Wie berechnet sich der Dispozins und wann ist er fällig?

Abgerechnet werden die Zinsen quartalsmäßig, die Abbuchung der Dispozinsen erfolgt also alle 3 Monate. Die Höhe des zu zahlenden Zinsbetrags hängt von vier Faktoren ab:

  • Dauer der Inanspruchnahme des Dispos
  • Höhe des genutzten Dispos
  • Höhe des Zinssatzes
  • Art der Zinsmethode

Die Art der Zinsmethode beschreibt, ob sich der Zinssatz auf das gesamte Jahr bezieht (360 Tage nach deutscher Zinsmethode, 365 Tage nach Englischer Zinsmethode) oder auf einen kleineren Zeitraum (30 Tage oder Taggenaue Zinsmethode). Von Bank zu Bank werden unterschiedliche Zinsmethoden verwendet. Hier eine Beispielrechnung mit der entsprechenden Formel und deutscher Zinsmethode:

Betrag der Schulden * Zinssatz * Tage der Kreditnutzung / 360*100 = Betrag des Dispozines

1000 € * 6 % * 15 Tage / 360*100 = 2,50 €

In diesem Falle wären Sie also 15 Tage lang mit 1000 Euro im Minus gewesen und haben einen Dispokredit mit einem Zinssatz von 6 %. Zum Ende des Quartals würde die Bank Ihr Konto mit 2,50 € belasten. Begleichen Sie den Betrag wieder durch Nutzung Ihres Dispos, wird ein Zinseszins berechnet.

Was bestimmt die Höhe des Dispositionszinssatzes?

Der Dispozinssatz wird eigenmächtig von Ihrer Bank festgelegt und kann von ihr bei Bedarf angepasst werden. Er unterliegt der Gewinnoptimierung von Banken dabei so stark wie kaum ein anderes Serviceentgelt. Viele Banken veröffentlichen Ihre Dispozinsen nicht einmal auf Ihrer Internetseite, in der Hoffnung durch diese Intransparenz zusätzliche Gewinne zu erwirtschaften. Von einer gesetzlichen Obergrenze wäre im übrigen erst dann zu sprechen, wenn die Zinsen den Tatbestand des Wuchers erfüllen, also den marktüblichen Zinssatz um 91 % überschreiten. Eine wirklich dafür zugeschnittene Obergrenzenregelung gibt es nicht.

(!) Hinweis: Erfolgt eine Dispozinserhöhung durch Ihre Bank, genießen Sie ein Sonderkündigungsrecht für den Dispokredit. Nachdem Ihnen der neue Zinssatz mitgeteilt wurde, haben Sie sechs Wochen Zeit fristlos zu Kündigen. Der neue Zinssatz darf Ihnen daraufhin nicht abverlangt werden.

Aktuell sind Dispokredit-Zinsen im Bereich von 5 % – 14 % vorzufinden. Selbst zwischen den verschiedenen Filialen einer Bank lassen sich starke Zinssatzschwankungen feststellen. Dies liegt daran, dass gerade Filialbanken einem regionalen Marktdruck ausgesetzt sind und den Zinssatz Marktorientiert anpassen. Dies bedeutet leider nicht zwingend, dass Banken den Zinssatz wechselseitig nach unten drücken. Gerade in Regionen, in denen kleinere Banken die Vormachtstellung haben, sind Dispokredite vergleichsweise hoch.

Zweifelsfrei spielen aber auch die Kosten die eine Bank hat eine Rolle, in welcher Höhe ihre Dispozinsen angesiedelt sind. Direktbanken haben aufgrund dessen oft einen viel niedrigeren Dispositions Zinssatz. Sie müssen keine kostspieligen Filialen mit Mitarbeitern unterhalten und nutzen den Kostenvorteil um die Dispozinsen attraktiv zu halten.

Wie entscheidet sich mein Dispolimit?

Das Dispolimit wird nach Maßgabe der Bank festgelegt oder im selteneren Fall auch individuell mit ihr vereinbart. Gewohntermaßen wird Ihr Einkommen die Höhe des Dispolimits bestimmten. Eine Höhe von zwei bis drei Monatseinkommen bilden im Regelfall die Dispokreditlinie, sehr selten auch bis zu fünf Monatseinkommen. Auch kann das Dispolimit von Zeit zu Zeit, passend zur Höhe Ihres Geldeingangs, von der Bank angepasst werden. Wenn Sie ein höheres Dispolimit wünschen, können Sie dies bei der Bank beantragen. Ihre Bank wird jedoch darauf achten, dass es in einem guten Verhältnis zu Ihrem Einkommen steht.

Hinweis: Es ist Vorsicht bei der regelmäßigen Ausreizung des Dispos geboten. Dies kann zu erneuter Bonitätsprüfung durch die Bank führen und negativ ausfallende Bonitätsprüfungen ziehen eventuell eine Kündigung des Dispos nach sich.

Wie kann ich einen Dispokredit aufkündigen und wann kann dies meine Bank tun?

Teilen Sie der Bank die Kündigung schriftlich oder per Telefon mit. Die Kündigungsfrist, wie sie meistens auch in den AGBs der Kreditinstitute auftauchen, beträgt im Regelfall 30 Tage. Ansonsten erlischt der Vertrag über einen Dispo mit der Auflösung des Girokontos.

Ihre Bank muss sich ebenfalls an eine Kündigungsfrist halten wenn sie Ihnen ordentlich kündigt. Überwiegend ist hier von 30 Tagen auszugehen. Sobald eine Kündigung wirksam wird, müssen Dispos sofort zurückgezahlt werden. Fristlose Kündigungen des Dispokredits sind nur bei erheblicher Verschlechterung der Bonität oder bei Zwangsvollstreckungen gegen den Dispobesitzer rechtens.

Alternativen zum Dispositionskredit

Die klassische Alternative bildet der Ratenkredit. Sein Zinssatz ist deutlich geringer als der eines Dispokredites und er bietet eine langfristigere Lösung, wenn ein Kredit unumgänglich ist. Zudem eignet er sich für eine Umschuldung länger bestehender Dispokredite. Dies senkt den zu zahlenden Zins und vermeidet Zinseszinsforderungen.

Ansonsten bietet sich noch eine alternative Form des Rahmenkredit an, nämlich der sogenannte Abrufkredit. Abrufkredite sind festgelegte Summen, die Ihnen Ihre Bank zur namensgebenden Abrufung bereitstellt. Erst sobald Sie den Kredit beanspruchen werden auch seine Zinsen berechnet. Diese orientieren sich sehr stark am Kaptialmarkt und sind daher deutlich günstiger als Dispozinsen, aber für gewöhnlich auch höher als die Zinsen der Ratenkredite. Kernargument des Abrufkredites ist die sich bietende Flexibilität, die dem des Dispokredites in nichts nachsteht. Die Fälligkeit der Rückzahlung können Sie gegebenenfalls individuell vereinbaren aber im Regelfall ist diese zum Monatsende angesetzt.

So schützen Sie sich vor Verschuldung

Ein Girokonto mit niedrigem Dispozinssatz bietet keinen adäquaten Schutz vor einer Verschuldung. Die Maßnahmen um schwierige Schuldensituationen zu vermeiden mögen trivial klingen, sind aber in der Praxis immer wieder anzutreffen. Deshalb empfehlen wir Ihnen folgende Maßnahmen:

  1. Unübersichtliche Finanzen sind der größte Nährboden von Schulden. Verschaffen und Behalten Sie durch eine einfache Einnahmen/Ausgaben Gegenüberstellungen den Überblick.
  2. Das vorherige Bilden von Rücklagen ist immer günstiger, als die nachträgliche Kreditaufnahme.
  3. Überdenken Sie auch gewohnte Ausgaben auf ihre Berechtigung.
  4. Ist die Kreditaufnahme unumgänglich, steht zunächst ein Dispo Vergleich an.
  5. Nehmen Sie staatliche Leistungen in Anspruch und gehen Sie bei Zahlungsproblemen zu einer Schuldnerberatung.
Probleme mit Verschuldungen sind kein Weltuntergang. Wichtig ist nur seine Finanzen nicht unbeaufsichtigt zu lassen oder dem Problem den Rücken zu kehren. Bleiben Sie rational und kritisch in Ihren Entscheidungen und nehmen Sie gegebenenfalls Unterstützung wahr.

Fazit zu Dispozinsen und dem Vergleich von Dispozinsen

Gute zehn Prozent aller deutschen nehmen mehrmals im Jahr einen Dispokredit auf. Es sind Finanzdienstleistungen die so abgestimmt sind, dass Sie bei Kunden mit maximaler Gewinnerbringung abgesetzt werden können. Mit einem Volumen von 30 Milliarden Euro in der Bereitstellung ein nicht wegzudenkender Markt für Banken. Kein Wunder also, dass Beratung und Vergleich von Dispozinsen so gefragt sind. Für Sie als Privatkunden sollte der Dispo immer nur eine kurzfristige Lösung darstellen und im besten Fall gar nicht erst notwendig sein. Zahlen Sie sie schnellstmöglich mit Dispozinsen zurück, um sich niemals der Gefahr einer Schuldenfalle auszusetzen. Trotzdem spricht nichts gegen das kurzfristige Nutzen von Dispokrediten, solange es einem Vernünftigen Zwecke dient. Umso wichtiger ist dann ein Dispo mit guten Zinsen. Egal wie gut der Dispozins letztendlich ist, überprüfen Sie wie wichtig er wirklich ist und in wie weit andere Konditionen zu seinem Gunsten schlechter ausfallen dürfen. Überstürzen Sie nichts nur wegen eines günstigen Kredites, schauen Sie sich alle Konditionen an und Nutzen Sie dann den Dispozins Vergleich zum das beste Angebot herauszusuchen.